Welcome to fabulous Las Vegas

Welcome to fabulous Las Vegas

Es blinkt, leuchtet und lärmt wie verrückt. Während die einen gelangweilt am Spielautomaten sitzen, versuchen die anderen sich nicht in die Karten blicken zu lassen.

Wir sind nach der Totenstille des Death Valley erst einmal überfordert. Schon bei der Einfahrt in die Stadt wird uns bewusst, dass hier ein anderer Wind weht. Las Vegas, die Unterhaltungshauptstadt der Welt, wirkt auch auf den zweiten Blick unwirklich. Schon die Lage inmitten der Wüste ist absurd, geschweige denn der totale Überfluss an Hotelzimmern. Am Strip, der Hauptachse der Stadt, reihen sich Casinos an Casinos, welche jeweils ihre eigenen Restaurants und natürlich Hotelzimmer besitzen. Nicht wenige an der Zahl. So stehen einige der grössten Hotels der Welt genau hier. In unterschiedlichsten Farben, Formen oder Themen dekoriert, versuchen sie die Gäste anzulocken. Unser Hotel, fast etwas unauffällig, besitzt als Markenzeichen das grösste Riesenrad der Welt. Schade sind wir einen Tag zu früh um unser Zimmer zu beziehen. So übernachten wir kurzerhand auf dem Hotelparkplatz, vor eben diesem Riesenrad.
Dass das Leben in Las Vegas erst Abends richtig losgeht, realisieren wir, als uns auf dem Gang zur Abendtoilette nur noch Betrunkene entgegentorkeln. Während das Riesenrad noch bis morgens um zwei seine Runden dreht, schlummern wir bereits tief und fest.

Wir stehen in der Hotellobby und unsere Sinne sind bereits wieder überfordert. Denn die Lobby besteht eigentlich aus einer Theke inmitten eines Casinos. An den Automaten sitzen Menschen jeglichen Alters, bei vielen sind wir uns nicht ganz so sicher, ob sie schon wieder oder immer noch da sitzen. Nur bei jenem, der sich neben mir auf der Toilette übergibt, bin ich überzeugt, dass er sein Bett bisher noch nicht gesehen hat.
Auf dem Weg zum Zimmer hängen auffallend viele „Nicht stören“-Schilder. Viele schlafen wohl ihren Rausch aus. Wir geniessen derweil wieder einmal eine anständige Dusche und richtige Hotelbetten. Auch eine Kleiderreinigung steht wieder an. Als unsere Kleider im Trockner ihre runden Drehen, setzt wenige Kilometer entfernt eines von hunderten Flugzeugen täglich am internationalen Flughafen McCarren auf.
Wir müssen uns beeilen und packen die Wäsche ein, obwohl diese noch etwas feucht ist. Kurze Zeit später halten wir Fabienne in den Armen. Meine Schwester wird mit uns zusammen die nächsten drei Wochen diverse Nationalpärke unsicher machen. Sie bringt ausserdem viele Mitbringsel aus der Schweiz mit. Leckereien wie auch Geschenke. Wie verfrühte Weihnachten für uns. Marilyne kann sich nicht mehr halten und beisst ohne Umwege in den Käse.
Als Anklimatisierung schlendern wir etwas über den Strip und wissen nicht, worauf wir uns konzentrieren sollen. Vor dem Bellagio begeistert das berühmte Wasserspiel im Halbstundentakt die Besucher, nur wenige Meter daneben liegen Bettler unter den Bäumen. Beachtet werden diese meist so wenig, wie die Betrunkenen, die nur mit einer menschlichen Stütze noch gehen können.

Nachts erstrahlt die Stadt in verschiedensten Farben der Lichter. Die Geräusche der Casinos wird oft von lautstarker Musik der Strassenkünstler oder Restaurants und Bars übertönt. Auf nicht wenigen Theken räkeln sich halbnackte Frauen. Sowieso wird scheinbar in ganz Vegas versucht, das prüde Bild von Amerika abzuschütteln. Abziehbilder von Escortdamen werden auf dem Strip wie Paninibilder verteilt, Lastwagen mit eindeutigen Werbungen fahren den Strip auf und ab, knapp Bekleidete werben für Casinos und Shows. Wäre das nicht schon genug, ist auch das Outfit zahlreicher Touristen nicht viel gesitteter.
Neben dem Besuch der verschiedenen Themenhotels wie Venedig, Rom oder Paris und deren Attraktionen (obwohl das „MGM Grand“ keine Löwen mehr beherbergt und die Piratenkämpfe inklusive Schiffsuntergang beim „Treasure Island“ seit drei Jahren eingestellt sind), darf auch für uns der Besuch einer Show nicht fehlen. Als Geschenk erhalten wir Eintrittskarten für den Cirque du Soleil. Ein farbenprächtiges Schauspiel mit grandiosen artistischen Akten. Stunden zuvor sind wir uns jedoch nicht sicher ob wir den Zirkus rechtzeitig erreichen. Das Licht erscheint uns schon den ganzen Tag etwas komisch für die Uhrzeit. Verschiedene Uhren, unterschiedliche Zeiten. Selbst ein Verkäufer hat auf seinen beiden Uhren unterschiedliche Zeiten. Dass die Amerikaner eine Woche nach den Europäern auf Winterzeit wechseln, realisieren wir erst abends, als wir an der überdachten Fremontstreet auf die Lichtshow warten. So hinken wir den ganzen Tag der Zeit unbewusst etwas hinterher.

Auch wenn man in dieser Stadt wohl Tage verbringen und dabei immer Neues entdecken kann:
Wir beenden unseren Aufenthalt da, wo wir ihn begonnen haben – doch diesmal nicht am Fusse, sondern auf dem höchsten Riesenrad der Welt.

Simon
Reist und fotografiert leidenschaftlich gerne. Hat sich von seiner Spiegelreflexkamera verabschiedet, um sich eine reisetaugliche Fujifilm zu kaufen

1 Kommentar

  1. Rupp 3 Jahren vor

    E schöni Sach wo Dir erläbt heit in Las Vegas, e mega Bricht de wünsch ig öich no e gueti Zyt. Gruess Jüre

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