Vom Tal des Feuers zum Bryce Canyon

Vom Tal des Feuers zum Bryce Canyon

Mit dem Ziel einer der ältesten Nationalparks Amerikas zu erreichen, verlassen wir Las Vegas in Richtung Norden. Rund 270 Kilometer trennen die Spielerstadt vom Wanderparadies „Zion“. Ein kleiner Abstecher ins Tal des Feuers liegt dennoch drin. Nach einer guten Autostunde erreichen wir den vielversprechenden „Valley of Fire State Park“. Die feuerroten Sandsteine leuchten uns schon von weither entgegen. Kurze Wanderungen bringen uns zu Felskritzeleien der Navajo Indianer und zu bizarren Felsformationen wie beisbielsweise der „Fire Wave“.

Unsere Essens-und Getränkevorräte stocken wir in der nächst grösseren Stadt wieder auf. Oder versuchen es zumindest. Wäre da nur nicht das Alkoholproblem. Im Mormonenstaat Utah scheint sich unser Wunsch nach einer Flasche Wein tatsächlich als Problem zu entpuppen. Fabienne bringt die drei unabhängig voneinander befragten Verkäuferinnen mit diesem Anliegen in totale Verlegenheit. Offenbar gibt es in dieser Stadt nur ein einziges Alkoholgeschäft. Da dieses nicht am Weg liegt, lassen wir es mit dem Wein sein. Unser eigentliches Ziel, den Zion Nationalpark, erreichen wir dank dem Abstecher erst nach Einbruch der Dunkelheit. Wir passieren ungefähr vier Schilder auf denen geschrieben steht, dass der Campingplatz voll sei. Na super! In den Nationalparks gilt häufig das ‚first come – first served‘ (dr Ender isch dr Gschwinder) Prinzip, so können die Plätze nicht im Voraus reserviert werden. Das Glück steht jedoch einmal mehr auf unserer Seite. Wir lassen uns von den abschreckenden Schildern nicht irritieren und fragen beim Camphost, ob es nicht doch noch einen kleinen Platz zum Übernachten gäbe. Der Mann ist uns wohlgesinnt. Zum Preis eines normalen Campingplatzes erhalten wir einen Gruppenplatz ganz für uns alleine. Die Moral von der Geschicht: Fragen schadet nicht!

Am nächsten Morgen wollen wir hoch hinaus. Um den Landeplatz der Engel zu erreichen, müssen wir eine Differenz von ca. 450 Höhenmetern bewältigen. Hochmotiviert begeben wir uns auf den Trail und sind erstaunt darüber, in welchem Zustand sich der Weg präsentiert. Herzlich willkommen in Amerika! Uns liegt eine geteerte Wanderstrasse zu Füssen. Erst hoch oben kommt das Abenteuergefühl so richtig auf. Beim letzten Teilstück wäre Höhenangst ein gruseliger Begleiter. Der Weg ist schmal, steil und lediglich mit Ketten gesichert. Wir krackseln dem Grat entlang bis hin zum Aussichtspunkt „Angel’s Landing“. Die Anstrengung lohnt sich aber allemal, denn die Aussicht ist schlicht grandios. Während sich die einen vom Aufstieg erholen, schiessen Selbstverliebte bereits die ersten Selfies. Wieder andere kümmern sich um ihr Picknick, welches sie heldenhaft vor den gefräsigen Tieren, den Streifenhörnchen, beschützen müssen. Wir geniessen derweil einen erfrischenden Schluck Rivella rot..

Eine der Nationalpark-Perlen ist mit Sicherheit der Bryce Canyon, welcher für seine farbigen Felspyramiden bekannt ist. Die Hoodoos, wie die Pyramiden auch genannt werden, ragen verteilt über 145 km² in die Höhe. Wir erkunden den Nationalpark mittels zweier Wanderungen. Und hier sagen Bilder nun mehr als tausend Worte!

Am späten Nachmittag wollen wir die Vorzüge unserer Unterkunft in Anspruch nehmen. Im Ruby’s Inn gibts nicht nur ein Indoor- sondern auch ein Whirlpool. Welch ein Luxus! Es klingt verlockend, die Muskeln bei einem heissen Sprudelbad entspannen zu lassen. Tatsächlich ist der Pool aber mit so viel Chemie gefüllt, dass sich Simon und Fabienne schon nach kurzer Zeit des Sprudelns über juckende und brennende Augen beschweren. Ich bemerke vorerst nichts. Der Gesundheit zu liebe, beenden wir die Spa-Behandlung schneller als uns lieb ist.
Den Ausschlag auf meinem Bauch bemerke ich erst später.

Marilyne
liebt Curry in allen möglichen Variationen und zaubert selbst dem seriösesten Security-Mann ein Lächeln ins Gesicht..

2 Kommentare

  1. Gerhard Käsermann 3 Jahren vor

    So schlecht scheint das Wetter nun auch nicht zu sein, wenn man den blauen Himmel auf den super Bildern sieht. Und wie campiert es sich, wenn es so kalt ist? Keine Standheizung im Wagen? Sonst einfach den Motor laufen lassen (Originaltipp aus Wisconsin im März 1982)!

    • Simon
      Simon 3 Jahren vor

      Dank einem Öfeli, welches man bei vorhandener Steckdose mal anhängen kann, überlebt es sich in der Nacht ganz gut. Den Motor haben wir aber abends auch schon aufheulen lassen, als mal kein Strom vorhanden war.

      Tagsüber ists zum Glück wirklich meist schön. Dennoch: Die Sonne scheint zwar, ist aber leider häufig nur Deko 🙂

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