Melaka

Das kommt mir irgendwie spanisch vor. Zu den bekannten Multikulti-Aspekten von Malaysia haben hier in Melaka ganz offensichtlich auch Europäer mitgemischt. Während wir durch die Stadt streifen, finden wir uns urplötzlich in einem Quartier wieder, dass uns mit den weissen Fassaden, blauen Fensterläden und geschwungenen Dächern eher an Griechenland erinnert. Einige hundert Meter weiter stehen wir an einem Platz der von roten, holländischen Häusern umgeben ist. Das „Stadthuys“ im Zentrum, vis-à-vis eine Windmühle. Die Holländer waren also definitiv hier. Davon zeugt auch, dass die Grabsteine in der Kapelle mit holländischer Inschrift geziert sind. Nach so langer Zeit mit den verschiedensten Schriften wirkt die Sprache auf uns fast  vertraut. Irgendwo treffen wir auf einen spanisch klingenden Namen. Kein Wunder hat der Mix der verschiedenen Kulturen und Architekturstile die UNESCO dazu bewogen, Melaka in ihre Liste der Weltkulturerbe aufzunehmen.

Beim Besuch im Maritimen Museum klären sich dann gaaanz viele Fragen. Melaka, einst ein kleines Fischerdörfli, hat sich das Ziel gesetzt, ein grosser Handelspunkt zu werden. Erst wurden zwei Reihen Shops in erstklassiger Lage gebaut. Kurz darauf wurden die ersten Seefahrer auf das Dörfchen aufmerksam. Schon bald wurde Melaka zu einem beliebten Anlaufpunkt für Händler, die zwischen China und Indien pendelten. Nicht selten lagen die Schiffe mehrere Monate vor Melaka, um die idealen Winde des Monsuns abzuwarten. Nebst verschiedensten Waren wurde hier auch die Religion importiert. Der Islam dehnt sich von Melaka über ganz Malaysia aus und ist heute der am verbreitetste Glauben im Land. So ist es normal, dass unter einem Töfflihelm nicht etwa lange Haare sondern ein Kopftuch hervor weht.
Im 15. Jahrhundert trafen schliesslich die ersten europäischen Seefahrer, die Portugiesen und Holländer in Malaysia ein. Doch anstatt den Treffpunkt zum Handeln zu nutzen, wollte man daraus Profit machen und eroberte die Stadt. Heute feilscht man nur noch mit Kreuzfahrtschifftouristen. Für Frachtschiffe ist das Hafenbecken zuwenig tief.

 Wir spazieren durch die Innenstadt, werden immer wieder von Trikschafahrern angesprochen, ob wir nicht doch eine Runde in ihrem farbig geschmückten Gefährt inklusive Musikanlage drehen wollen. Nein danke. Zu Fuss geht es weiter in die bekannte Jonkerstreet. Doch weshalb diese Flanierstrasse überall gerühmt wird, bleibt uns ein Rätsel. Sie wirkt nicht anders als viele andere Einkaufsstrassen in kleineren Städtchen. So bringen wir uns kurzerhand wieder in Sicherheit vor der Hitze. Man erwartet die wärmsten Tage seit Beginn der Aufzeichnungen. Na dann Prost.

Unterwegs nach Singapur fragen wir uns: Hatten wir eigentlich mal richtiges malayisches Essen? Was wäre das überhaupt? Denn das Essen ist von den Kulturen genau so geprägt wie die Leute. Das macht Malaysia irre spannend und faszinierend.

Simon
Reist und fotografiert leidenschaftlich gerne. Hat sich von seiner Spiegelreflexkamera verabschiedet, um sich eine reisetaugliche Fujifilm zu kaufen

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