Der nasse Golf von Thailand

„Boarding immediately“ heisst es, als wir nach einer Busfahrt aus Bangkok angekommen sind. Wir geben unser Gepäck ab und nehmen in der ersten Reihe platz. Kurz darauf starten die Motoren und alles beginnt zu vibrieren. Immer wieder sacken wir ab, die Stewardessen und Stewards beginnen mit wachsamen Augen durch die Gänge zu streifen, um Kotztüten zu verteilen. Je länger wir unterwegs sind, desto mehr werden verteilt und auch gebraucht. Vielen wird empfohlen, nach hinten zu wechseln, auf Deck zu gehen. Wir sind auf der Überfahrt nach Koh Phangan und das Meer ist ziemlich wild.
Der Katamaran tanzt auf den Wellen, das fein säuberlich aufgetürmte Gepäck stürzt schon kurz nach dem Ablegen in sich zusammen. Als uns die Geräuschkulisse unter Deck etwas zu heftig wird, wechseln auch wir an die frische Luft. Die Gischt der Wellen erreicht selbst die Passagiere im ersten Obergeschoss gnadenlos. Beim Zwischenhalt in Koh Tao gehen viele Reisende erleichtert von Bord. Wir bleiben und beobachten das Geschehen während der weiteren Überfahrt. Die heftigen Wellen wiederspiegeln das kommende Wetter.

Wir nisten uns in unserem Bungalow ein und schmieden Pläne für die nächsten Tage. Draussen regnet es in Strömen. Drinnen plötzlich auch fast. Denn das Dach aus Palmblätter ist wohl nicht mehr das Neueste. Wir packen erneut und ziehen um. Diesmal ist alles dicht. Zum Glück, denn es sollte nicht das letzte Mal sein, dass das Wetter unsere Pläne vernichtet.
Am vierten Morgen wagen wir uns das erste Mal richtig aus dem Haus. Eine Wanderung auf den höchsten Berg Koh Phangans steht an. Schon bald stehen wir mitten im Dschungel, pflotschnass, diesmal aber vor Schweiss. Es geht steil bergauf, meine Ohren klopfen, der Magen rebelliert. Nach meinem Aussetzer in Bangkok bin ich wohl doch noch nicht ganz wohlauf. Langsam quäle ich mich dennoch auf die Spitze. Begleitet von Tiergeräuschen, die mich eher an Bandsägen erinnern. Erst dachte ich, jemand holze den Wald ab. Doch es scheinen Grillen oder ähnliches zu sein, die den ohrenbetäubenden Lärm verursachen. Nichts mit idyllischer Waldruhe hier. Die Aussicht ist leider nicht so überragend, um die Anstrengungen wett zu machen. Gelohnt hat es sich trotzdem. Auf den letzten Kilometern des Rückwegs erwischt es uns dann richtig. Verschifft, nass bis auf die Unterhosen. Wir sind froh, ist das Bungalow dicht und die Dusche warm.

Der Hotelstrand lädt nicht wirklich zum Baden ein. So beschliessen wir beim allabendlichen Curry bei der Mama um die Ecke am nächsten Tag einen schöneren Badeplatz zu suchen. Mit einem Roller geht es quer über die Insel zu einem vermeintlich schönen und ruhigen Strand in einer kleinen Bucht. Aufgrund der starken Brandung, der kläffenden Hunde und der schreienden Kinder halten wir es nicht lange aus und fahren an den nächsten Strand. Zum Glück gibt es so viele hier.
Bei diesem haben wir mehr Erfolg. Das Wasser ist ruhig und warm, der Sand weiss und fein. Das lang ersehnte Bad an einem schönen, thailändischen Strand. Doch das Wetter hält leider auch heute nicht. Auf den letzten Metern vom Hotelparkplatz beginnt es schon wieder zu tropfen. Den Roller benötigen wir so bestimmt nicht mehr.

Irgendwie haben wir uns den Aufenthalt auf der Insel im Golf von Thailand anders vorgestellt. So geniessen wir dann einfach unser letztes Thaicurry und eine letzte thailändische Massage.
Auf der Überfahrt aufs Festland verabschiedet uns Koh Phangan wie es uns begrüsst hat: Regnerisch und mit einer gehörigen Portion Wellen.


1 Kommentar

  1. Käsermann Gerhard 4 Jahren vor

    Bei unserer Überfahrt war es vegleichsweise ruhig, wir mussten allerdings eine halbe Stunde auf den Bus von Bankgok warten, bevor wir ablregen konnten. Wir bleiben trotz eurer Wetterwarnung 5Tage auf Kho Tao. Uns gefällt es sehr! Zum Wandern scheint es fast zu heiss und heute habe ich mir estmals den Brenner geholt!

Kommentar verfassen