20 Minuten-Artikel vom 04.02.2016
Helfer schleppen verendete Wale ab. An der Küste von Schleswig-Holstein sind mehrere Pottwale gestrandet. 

Wäre dies in Vietnam passiert, hätten zig tausende Menschen um die verendeten Tiere getrauert. Hier gilt der Wal als heilig, als Gott des Meeres. Seit jeher wird er als Beschützer und Freund der Fischer gehandelt. Legenden besagen, dass schon manch ein Seemann aus grosser Not gerettet wurde. Wird ein toter Wal an die Küste Vietnams gespült, liegt es in der Verantwortung des jeweiligen Dorfes, das verendete Tier zu beerdigen. Das Grab wird in Form eines Tempels gebaut, bei welchem anschliessend jährlich ein Fest zu ehren des verstorbenen Wals stattfindet. Gerne hätten wir in Vung Tau ein Walgrab besucht. Beim eingezeichneten Standort auf der Karte finden wir anstelle eines Tempels jedoch lediglich eine Baustelle…

Überhaupt läuft an diesem Tag nichts wie am Schnürchen. Einmal mehr sind wir mit dem Roller unterwegs. Eine Pilgerstätte in Form einer ‚He sus-Statue‘ ist unser Ziel. Am Fusse des Hügels einige Regeln welche zu beachten sind. Keine zu kurzen Hosen, keine Tanktops, Schuhe ausziehen..alles Anweisungen welche wir bereits aus Besuchen anderer religiösen Stätten kennen. Zum Glück haben Charlotte und ich vorgesorgt und einige Tücher eingepackt, so können wir uns richtig verhüllen. Oben angekommen, die Ernüchterung: der Security-Mann welcher zuvor noch verträumt in die Zeitung geguckt hat, schaut uns mit strengem Blick an und verwehrt uns den Eintritt auf die Statue. Natürlich nur uns Frauen. Wie eine englischsprechende Vietnamesin erklärt sei die Gefahr zu gross, dass wir uns oben die Tücher vom Leib reissen und uns komplett entblössen..! Iss ja klar..neeee. Als wären wir scharf drauf, nackelig auf den Schultern von Jesus spazieren zu gehen. Während wir auf unsere Männer warten, fällt uns auf, dass der Sicherheitsangestellte ausnahmslos Frauen zurückweist. Dies lässt unsere Gemüter kochen. Charlotte zeigt dem griesgrämigen, frauenfeindlichen Kerl jedoch wie der Hase läuft. Gemeinsam mit Simon tauscht sie das Oberteil und marschiert in neuem Gewand in Richtung Statue. Obwohl der Herr den Braten riecht, hat er nichts zu meckern..wie denn auch, das T-Shirt war ja schon mal oben, getragen von einem Mann!

Unser Ausflug führt uns auf einen zweiten Hügel, der auch per Gondeli erreicht werden könnte. Die Töfflipiloten Gerhard und Simon manövrieren das Gefährt gekonnt durch den Verkehr auf die ‚Passstrasse‘. Anfangs noch geteert, gleicht die Strasse später einem mehrbesseren Wanderweg.

Die Kommentare der Fahrer:

Simon:“Wofür braucht es eigentlich Motocrosstöffs?“
Gerhard: „Schlittelweg Oeschinensee, nichts für schwache Nerven..“.

zum Videobeweis

Wie könnte es auch anders sein..oben wird uns (diesmal nicht nur uns Frauen) der Zugang verweigert. Der Park sei geschlossen. Obwohl diese Antwort nicht unseren Vorstellungen entspricht, nehmen wirs mit Humor. Wir „schlitteln“ wieder bergab und gönnen uns beim nächsten Strassenkaffee einen Drink. Dass wir Getränke erhalten, welche wir nicht bestellt haben, passt zum gesamten Tag und sorgt lediglich für den nächsten Lacher…


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