Hoi An

Wir hätten noch so viel länger bleiben können. Doch schon ist es wieder Zeit, um weiter zu reisen. Wir hoffen nur auf eine angenehmere Busfahrt als bei der Hinreise.

Einige Tage zuvor sitzen wir im Zug und fahren langsam in der Stadt Da Nang ein. Ein Wechsel auf ein anderes Verkehrsmittel ist nötig, da es im 25km entfernten Hoi An keinen Bahnhof gibt. Wir verzichten auf ein bequemes Taxi und stürzen uns ins Abenteuer „Lokaler Bus“. In den Reiseführern und einschlägigen Internetseiten wird davon abgeraten, zu oft gab es schlechte Erfahrungen damit. Doch das macht uns keine Angst mehr. Etwas leer schlucken wir trotzdem, als die Kassiererin geschlagene 100’000 Dong  von uns sehen will. Zu blöd, ist der offizielle Fahrpreis von 17’000 Dong gut leserlich im Bus angeschlagen. Nach harten Verhandlungen, in welchen mein Rucksack einige Male fast aus dem Bus fliegt, einigen wir uns auf 50’000. Mit der Begründung, unser Gepäck sei zu schwer.
Ich fotografiere noch kurz das Preisschild, um es später übersetzen zu können und versuche die Busfahrt zu geniessen. Manchmal sehne ich mich nach einem geregelten Leben mit klaren Preisen, ohne immer verhandeln zu müssen.

Unsere Odysee geht in Hoi An weiter. Wir suchen uns einen Taxifahrer, der uns zur Unterkunft bringen soll. Nach einigen Kilometern gibt er uns zu verstehen, dass er keine Ahnung habe, wo denn diese Unterkunft sein soll. Immerhin hat er einen richtig funktionierenden Taxometer. Die ganzen Sorgen sind dann aber schnell vergessen, als wir das Rice Village Homestay endlich gefunden haben. Schon während der Begrüssung wissen wir: hier lässt sichs gut verweilen.

Dazu kommt, dass die Sonne strahlt und es endlich wieder schön warm ist. Denn während der Zugfahrt haben wir den Wolkenpass, die Wettergrenze von Vietnam passiert.

Wir entführen die zur Verfügung gestellten Fahrräder und fahren in die Stadt. Hoi An zeigt sich in bestem Licht. Zum Sonnenuntergang erstahlen die berühmten Laternen. Die Cyclos schlängeln sich durch die Touristen. Klingeln haben die Gefährte nicht, viel lieber rufen die Fahrer ein dezentes „Beep-Beep-Beep“. Das funktioniert jedoch auch nur, weil während der meisten Stunden am Tag jeglicher motorisierte Verkehr in der Innenstadt verboten ist. So lädt es ein, zu Fuss auf Erkundungstour zu gehen, in eines der vielen Restaurants zu sitzen und die Happy Hour zu geniessen. Die vielen Touristen sind da schnell vergessen.

Unser Programm ist gemütlich. Einziger Punkt auf der Must-Do-Liste von Hoi An: ab zum Schneider. Denn diese hats hier wie Sand am Meer. Zum Glück haben wir eine vage Vorstellung, was wir gerne hätten, ansonsten sässen wir wohl in einer Woche noch hier. Denn nebst dem Schnitt muss noch einer aus den unzähligen Stoffen ausgewählt werden. Wir werden dabei aber bestens unterstützt und können nicht einmal 24h später unsere drei massgefertigten Kleidungsstücke abholen.

Im Homestay machen wir neue Bekanntschaften und werden bestens von Mrs. Loan und ihrer Familie umsorgt. Nebst einem obligaten Schlummertrunk (der durchaus auch als Grüntee bestehen kann), besuchen wir zusammen den lokalen Markt und kochen zusammen. Loan besorgt am letzten Abend sogar extra eine Torte für mich, nachdem ich die letzten Reste der Geburtstagstorte ihres Sohnes verschlungen habe.

Nach einer ebenso herzlichen Verabschiedung wie Begrüssung sitzen wir wieder im Bus nach Da Nang. Wir strecken dem Kassierer die 50’000 Dongnote hin und lassen uns gar nicht erst auf Diskussionen ein. Würde der Busfahrer nur nicht so schleichen und die Abfahrtszeit des Zuges immer näher rücken, hätte es im Grunde eine ganz gemütliche Busfahrt werden können.

 

Simon
Reist und fotografiert leidenschaftlich gerne. Hat sich von seiner Spiegelreflexkamera verabschiedet, um sich eine reisetaugliche Fujifilm zu kaufen

1 Kommentar

  1. Jüre 4 Jahren vor

    Hoi zäme, isch wieder e geniale Bricht, hoffe öich göngs guet. Bi üs isch itz dr Winter a cho grad e so gäbig für Fasnacht, mir wünsche öich witerhin e gueti Reis mit viel schöne Idrück.Lg Esther u Jüre

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