Heiland Thailand

Heiland Thailand

Ds Bärgli uuf, Bärgli uuf, äne wider aabe, äne wider abe…So beginnt unsere erste Busfahrt auf thäiländischem Boden. Während die Strassen gestern noch löchrig und holprig waren, der Buschauffeur wohl nur wenige Meter vor den Bus dachte und die Fahrweise somit viele Mitreisende zum erneuten Begutachten des Znachts drängte, ist heute vieles anders.
Beim Überqueren der Friendshipbridge, der Grenze zwischen Myanmar und Thailand, ändert sich auf den ersten Blick nicht sonderlich viel. Und irgendwie doch. Wir müssen die Strassenseite überqueren um wieder auf der richtigen Seite für die Immigration zu sein. Im Niemandsland wird nämlich von rechts- auf linksspurig gewechselt. Das Befahren der Brücke wird deshalb mit Ampeln geregelt. Direkt nach der Immigration siehts sofort viel entwickelter aus. Da steht ein modernes Café (mit überteuertem Angebot), neue, unverbeulte und nicht verrostete Autos.
Eine hübsch geschminkte, junge Lady bedient uns. Schmales Gesicht, volle Lippen, dünne, lange Finger und gopfertelli eine Stimme wie der Samichlaus sie nach einer durchzächten Nacht haben muss. Da traust du deinen Ohren plötzlich schon nicht mehr so ganz. Und den Augen auch nicht. Ein Mann, hübscher als manch ein Mädchen..

Wir heuern zwei Rollertaxis an, um zu einer Unterkunft zu gelangen. Später geniessen wir ein leckeres Znacht und stellen fest: Mittlerweile sind wir auch preistechnisch in Südostasien angekommen.
Am nächsten Morgen drängen wir uns zu dritt mit unseren zwei grossen Rucksäcken und einem Bund Bananen auf den Roller um zum Busbahnhof zu gelangen. Wir sind der Meinung, dass wir mittlerweile auch transportiert werden können wie die Einheimischen. Zwei Roller sind für Anfänger. So sitzen wir kurze Zeit später in unserem ersten Bus in Thailand. Die Fahrt ist kurzweilig und angenehm. Was wir jedoch wahrscheinlich nie begreifen werden, weshalb die Klimanlage stets auf dem Maximum laufen muss. Da müsste es doch einen Knopf geben, welcher die Temperatur über 15°C bringen könnte. Egal, denn während unserer Tuktukfahrt ins Guesthouse werden wir vom Fahrtwind wieder aufgewärmt.
Ein Besuch bei einer Elefanten-Auffangstation ermöglicht uns die Tiere hautnah zu erleben. Da trottet einer in gemütlichem Tempo auf uns zu und schnüffelt neugierig mit seinem Rüssel umher. Ich bin beeindruckt und werde etwas nervös, hoffentlich hält der vor und nicht auf mir.
Insgesamt werden hier vier Elefanten aufgepäppelt. Wir füttern sie mit Zuckerrohr, Gras und selbst hergestellter Medizin. Zu Beginn ist mir schon etwas mulmig, schliesslich kann der Kollege da oben mit seinem 200-Muskel Rüssel etwas ausholen und mir mal eben sämtliche Knochen brechen.
Nach dem Füttern folgt ein Bad im Fluss. Wir schrubben die Tiere von Kopf bis Fuss. Erst jetzt fallen mir die ultramegasuperlangen Wimpern auf. Da könnte man locker eine Flechtfrisur draus machen. Die braunen Augen beobachten stets, was um sie herum alles geschieht.

Als Abschluss des Tages ist eine kurze Riverrafting-Tour vorgesehen. Wir werden mit Schwimmweste, Helm und Paddel ausgestattet. In Anbetracht des Flusses (der tatsächlich nicht viel Wasser führt) meint Simon beiläufig, diese Aufmachung sei wohl etwas übertrieben. Zu diesem Zeitpunkt weiss er jedoch noch nicht, dass er als einziger bei einer steinigen Stelle über Bord gehen wird.

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