Mandalay

Über 12000km haben wir mit dem Zug zurück gelegt. Etliche Kilometer kommen mit dem Auto und zu Fuss dazu. Geflogen sind wir nie. Bis jetzt. Nachdem wir einen Zwischenstopp in Kunming eingelegt haben, der kleine Schock beim Check-Inn nach Mandalay. Trotz aller Recherchen können wir kein Ausflugticket zum eVisa vorlegen. Das haben wir schlicht und einfach übersehen. Zum Glück sind wir früh dran und das Internet funktioniert auch. Knappe 1,5 Stunden Flug später finden wir uns im totalen Kontrast zu China wieder. Die Leute starren uns nicht mehr, sondern lachen uns an! Welch eine Wohltat. Während wir am Flughafen auf weitere Fahrgäste für ein geteiltes Taxi warten, kommen wir mit den Angestellten ins Gespräch. Marilyne gibt ihr bestes und schafft es, dass sich unsere Taxigesellschaft kaum mehr vor Touris retten kann, während diverse andere Taxifahrer vergebens um Passagiere kämpfen. Ganz nebenbei lernen wir noch ein paar Brocken Burmesisch, was die Augen der Myanmaresen noch mehr zum leuchten bringt. Ein Schritt aus dem Flughafengebäude und die ganze Kälte der vergangenen Woche ist vergessen. Uns schlägt tropische Wärme entgegen. Der einzige Nachteil: Schon im Taxi machen wir Bekanntschaft mit den Mücken. Doch diese sind angesichts der Landschaft, welche auf dem Weg in die Stadt an uns vorbeizieht, schnell vergessen. Neben der Strasse prägen Palmen, goldene Pagoden und Kühe das Bild. Auf der Strasse dominieren die Roller, von welchen uns jeweils mindestens 2 Augen anlachen. Dies ändert sich auch in den folgenden vier Tagen in Mandalay nicht. Sei es im Supermarkt, in den unzähligen Pagoden, Klostern oder auf der Strasse. Wir freuen uns, gibt es endlich einige alternativen zum chinesischen Food und nähern uns nun auch den Strassenständen an. Wenn wir auch hier nicht genau wissen, woraus das Essen besteht, lecker ist es allemal. Diverse Male kommen wir ins Gespräch mit Einheimischen – die erstaunlich gut Englisch sprechen. Der Tenor nach den positiv verlaufenen Wahlen Myanmars ist stets derselbe: Alle schöpfen Hoffnung für die Zukunft. Nach einigen Beobachtungen, wie das mit den Verkehrsregeln so funktioniert, versuchen wir es selbst auch. Kurzerhand mieten wir einen Roller und schlängeln uns durch den Verkehr. Irgendwie sieht das krimineller aus, als es wirklich ist. Erschwerend ist nur, dass wir uns fast verpflichtet fühlen, jedem lachenden Gesicht winken zu müssen. So erkunden wir in Kürze ein paar Hotspots der Stadt und lassen den Abend, so scheint es, mit sämtlichen Touristen der Stadt auf der berühmten U-Bein-Bridge ausklingen.

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