Prag – ein wenig Bern

Vergleiche sind doof. Manchmal aber unumgänglich: Zytglogge, Hirschengraben, Aare, Münster, Gurten – all das haben wir gesehen. Auch hier in Prag. Prager Rathaus, Deer Ditch, Moldau, Veitsdom, Laurenziberg – so heissen die hiesigen Versionen. Auf Letzterem steht auch ein Aussichtsturm – wie auf dem Gurten. Nur höher. Und irgendwie halt auch anders. Der Aufstieg lohnt sich – vor allem in den Abendstunden, während oder kurz nach Sonnenuntergang. Die Wahrzeichen der Stadt werden in der Dunkelheit durch die Flutlichter deutlich sichtbar. Diese Aussicht lässt sich noch besser geniessen, wenn man sie sich erarbeitet – und nicht die „Gurtenbahn“ und/oder den Lift auf den Turm nimmt.

Wer sich für die Geschichte der Juden interessiert, sollte einen Besuch im Jüdischen Museum nicht unterlassen.
Eindrücklich. Prägend. Schockierend! Eindrücklich vor allem der Friedhof. Tausende alte Grabsteine, kreuz und quer verstreut. Irgendwie gruslig.. Prägend die Wände der Pinkassynagoge. Bis unters Dach reichen die Namen der ermordeten Juden im zweiten Weltkrieg. Vor den beschrifteten Wänden sitzt eine ältere Dame auf einem selbst mitgebrachten Hocker, liest in einem hebräischen Buch – und kämpft mit den Emotionen. Rundherum Touristenströme. Darunter ahnungslos, quengelnde Kinder.
Irgendwie komme ich trotz all den Eindrücken nicht wirklich ins „Weltreisegefühl“. Wären da nicht die zwei Rucksäcke, welche gepackt werden mussten. Noch in Nidau hatten wir einen Kampf, welchen wir wohl noch diverse Male führen werden. Wie werden die Rucksäcke denn nun am besten beladen? Das Mitführen des Zeltes gibt nämlich schon einiges an zusätzlichem Material.
Vor 3 Tagen reisten wir mit dem Nachtzug direkt aus Basel an. Unsere Stunden in Prag sind bereits gezählt. Die Rucksäcke wurden unter leisem (oder lauterem) Gefluche wieder gepackt.
Nun geniessen wir die verbleibende Zeit an der Aare. Eh, Moldau. Im Park und schauen auf eine der ältesten Steinbrücke Europas – die Karlsbrücke. Diverse Male haben wir sie überquert. Und immer wieder gerne den Touristenströmen zugeschaut – und versucht Schweizer zu finden. Haben wir doch noch über 10 Schweizerfranken in Münz, welche wir wirklich längere Zeit nicht mehr brauchen.
Vielleicht werden wir ja in Moskau fündig.

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