Euronight 405 „Vltava“

Euronight 405 „Vltava“

„Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her“. In den vergangenen Stunden mussten wir häufiger an dieses Sprichwort denken.

Bereits beim Einsteigen in den Zug kommt uns ein beissender Geruch im Gang entgegen. Die Polster können es unmöglich sein, ist dieser Zug doch hochmodern und neu. Und sowieso riecht es eher nach menschlichen Ausdünstungen. Des Rätsels Lösung zeigt sich schnell, als wir unser Abteil betreten. Ein älteres russisches Pärchen begrüsst uns freundlich, jedoch mit einem „Eau de toilette naturelle“ so gar nicht nach unserem Geschmack.

Wir haben keine Wahl und halten uns am ‚da-müssen-wir-jetzt-durch‘ Gedanken fest. Schliesslich sind wir auf Reisen und da wird uns wohl noch mancher Geruch, ob angenehm wohltuend oder übel, ungefragt an die Nase geschmettert.

Wie auch immer, eine frischgewaschene Unterhose dient von nun an als Geruchsneutralisierer. Auch Spaziergänge auf dem Gang gönnen wir uns, nicht nur des Kreislaufes wegen, in regelmässigen Abständen. So können wir den Kopf wortwörtlich etwas verlüften. Nebenbei beobachten wir die Landschaft, welche sich stets verändert. Schlafen, lesen, Musik hören, kartenspielen, schlafen. Zum ersten Mal haben wir eine Vorstellung wie es auf der Transsibirischen Eisenbahn zu und hergehen könnte.

..und als der Mann aufsteht, sich den eben übergestreiften Pullover zurecht rückt und zum ersten Mal keine „Eau de toilette naturelle“-Fahne hinter sich herzieht, wissen wir, wir sind in Moskau angekommen…

Marilyne
liebt Curry in allen möglichen Variationen und zaubert selbst dem seriösesten Security-Mann ein Lächeln ins Gesicht..

4 Kommentare

  1. Regula 4 Jahren vor

    Auch das sind Facetten einer Weltreise

  2. Baumann 4 Jahren vor

    Hätte noch ein Nasenklupper aus dem Synchronschwimmen, vielleicht wäre das genau das richtige

  3. Charlotte 4 Jahren vor

    Nun hoffe ich eure Geruchsorgane werden nicht zu arg strapaziert !

  4. Mathias 4 Jahren vor

    exquisit! 😀

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